Tho­ra­x­chir­ur­gie

Wir haben gro­ßes Ver­ständ­nis dafür, dass sowohl eine Erkran­kung als auch eine anste­hen­de Ope­ra­ti­on mit Ängs­ten und Sor­gen ver­bun­den sind. Auf die­ser Sei­te möch­ten wir Ihnen den orga­ni­sa­to­ri­schen Ablauf einer tho­ra­x­chir­ur­gi­schen Ope­ra­ti­on näher erläu­tern. Wir hof­fen, Ihnen mit die­sen Infor­ma­tio­nen ein Stück Unge­wiss­heit neh­men zu kön­nen. Bit­te beach­ten Sie auch, dass jeder­zeit ein Ober­arzt sowie ein erfah­re­ner Assis­tenz­arzt der Kli­nik für Tho­ra­x­chir­ur­gie erreich­bar sind. Zögern Sie nicht, sich bei Ihren Fra­gen zur Ope­ra­ti­on an uns zu wenden.

Mini­mal-inva­si­ve Operationen

Mehr als 65 % der sta­tio­nä­ren und über 90 % der ambu­lan­ten Ein­grif­fe am Tho­rax füh­ren wir video­as­sis­tiert mit mini­mal­in­va­si­ver Ope­ra­ti­ons­tech­nik durch. Bei der soge­nann­ten „Schlüs­sel­loch­chir­ur­gie“ wer­den ledig­lich 2 bis 3 kur­ze Schnit­te gesetzt. Mit­hil­fe einer Video­ka­me­ra und sehr fei­ner Instru­men­te wird der ope­ra­ti­ve Ein­grif auf ein Mini­mum begrenzt. Die­se Ope­ra­ti­ons­tech­nik ver­min­dert die Wund­schmer­zen, hin­ter­lässt deut­lich klei­ne­re Nar­ben und ver­kürzt den Auf­ent­halt im Kran­ken­haus. Die mini­mal-inva­si­ve Chir­ur­gie ist für fol­gen­de Ein­grif­fe geeignet:

  • Video­as­sis­tier­te medi­a­sti­na­le Lym­kno­ten­ent­fer­nung (VAMLA)
  • Tumor­ent­fer­nung im Medi­a­sti­num (Mit­tel­ell­raum)
  • Thy­mus­ent­fer­nung bei Myas­the­nia gra­vis (Thy­mek­to­mie)
  • Ent­fer­nung von Neu­ri­no­men (Ner­ven­schei­den­tu­mo­ren)
  • Ent­fer­nung von bron­cho­ge­nen Zysten
  • Ent­fer­nung von Pericardzysten
  • Anla­ge eines Pericardfensters
  • Aty­pi­sche Lun­gen­re­sek­ti­on zur Dia­gnos­tik von Lun­gen­ge­rüs­ter­kran­kun­gen und klei­nen Lungentumoren
  • Ana­to­mi­sche Lun­gen­lap­pen­re­sek­ti­on beim Bron­chi­al­kar­zi­nom (VATS-Lobek­to­mie)
  • Teil­wei­se und voll­stän­di­ge Rip­pen­fell­ent­fer­nung (Pleu­rek­to­mie)
  • Behand­lung eines Rip­pen­fel­ler­gus­ses (Pleu­ra­er­guss)
  • Tho­ra­ka­le Sym­pa­thek­to­mie bei Hyper­hi­dro­sis (ver­mehr­tes Schwitzen)
  • Volu­men­re­duk­ti­on beim Lungenemphysem
  • Pneu­m­o­tho­rax­be­hand­lung
  • Empy­em­de­bri­de­ment und Dekor­ti­ka­ti­on (Ent­schwar­tung) bei Rippenfellvereiterung
  • Tho­ra­x­chir­ur­gie des Kindes
  • Behand­lung eines Thoraxtraumas/Hämokoagulothorax‘ (trau­ma­ti­sche Ver­let­zun­gen des Brust­korbs und der Lunge)
  • Trich­ter­brust­kor­rek­tur nach der Nuss-Methode
  • Ent­fer­nung von Lungenmetastasen

Klas­si­sche Thorax-Operationen

In unse­rem OP-Zen­trum ste­hen uns vier hoch­mo­der­ne OP-Säle zur Ver­fü­gung, die das kom­plet­te medi­zin­tech­ni­sche Behand­lungs­spek­trum ermög­li­chen und höchs­te Hygie­ne-Anfor­de­run­gen sogar über­tref­fen. Neben mini­mal-inva­si­ven Ein­grif­fen füh­ren wir im Tho­ra­x­zen­trum Ruhr­ge­biet in hoher Fall­zahl auch klas­si­sche, offen-chir­ur­gi­sche Tho­rax-Ope­ra­tio­nen durch:

  • kom­plet­ten Tra­chea (Luft­röh­re)
  • Bron­chi­al­kar­zi­nom (Lun­gen­krebs) mit Erweiterungen: 
    • bron­cho­plas­ti­sche Rekon­struk­ti­on (Bron­chus­man­schet­te)
    • angio­plas­ti­sche Rekon­struk­ti­on (Gefäß­man­schet­te/­By­pass-Ersatz)
    • Peri­card
    • Herz­vor­hof
    • Brust­wand
  • Medi­a­sti­nal­tu­mo­re
  • Pleura­me­so­the­liom (Rip­pen­fell­krebs)
  • Brust­wand­tu­mo­ren
  • Trich­ter- und Kielbrustkorrektur
  • Zwerch­fell­er­kran­kun­gen
  • Lun­gen­me­ta­sta­sen
    • ergän­zend mit intra­tho­ra­ka­lem Ultraschall
    • ergän­zend mit LASER
  • Plas­tisch-rekon­struk­ti­ve Tho­rax­wand­chir­ur­gie – gemein­sam mit der Plas­ti­schen Chirurgie
  • Öso­pha­gus­kar­zi­nom (Spei­se­röh­ren­krebs) – gemein­sam mit der Visceralchirurgie
  • Tho­ra­x­chir­ur­gie des Kin­des – gemein­sam mit der Kinderchirurgie

Behand­lungs­ab­lauf in der Thoraxchirurgie

Ein­wei­sung

Für eine geplan­te sta­tio­nä­re Auf­nah­me benö­ti­gen Sie in der Regel eine Ein­wei­sung. Bit­te brin­gen Sie alle bestehen­den Unter­su­chungs­be­fun­de mit, die Ihre der­zei­ti­ge Erkran­kung sowie wesent­li­che Vor­er­kran­kun­gen (z. B. Herz-/Kreis­lauf­erkran­kun­gen) und/oder Vor­ope­ra­tio­nen betref­fen. Wich­tig ist es für uns ggf. auch zu wis­sen, wel­che Medi­ka­men­te Sie regel­mä­ßig ein­neh­men. Wir bit­ten Sie daher, eine schrift­li­che Auf­stel­lung davon mit­zu­brin­gen. Falls Sie unsi­cher sind, kön­nen Sie Ihren Haus­arzt um Hil­fe bitten.

Auf­nah­me

Am Auf­nah­me­tag wer­den Sie gebe­ten, sich frü­hes­tens ab 07.45 Uhr an der zen­tra­len Auf­nah­me im Ein­gangs­be­reich zu mel­den. Nach­dem alle Auf­nah­me­for­ma­li­tä­ten erle­digt sind, bege­ben Sie sich zur  Tho­ra­xam­bu­lanz. Ab 8.00 Uhr wer­den Sie in der Tho­ra­xam­bu­lanz von unse­re Mit­ar­bei­ter emp­fan­gen wer­den, die Ihnen das wei­te­re Vor­ge­hen erläutern.

Auf­nah­me­un­ter­su­chung (Scree­ning)

Bei jedem Pati­en­ten wer­den rou­ti­ne­mä­ßi­ge Unter­su­chun­gen (Blut­ab­nah­me, Elek­tro­kar­dio­gramm, Lun­gen­funk­ti­ons­prü­fung, Rönt­gen­bild der Lun­ge) durch­ge­führt und ein Scree­ning­be­fund erstellt. Die­se Maß­nah­men die­nen sowohl der Ope­ra­ti­ons­vor­be­rei­tung als auch der Infek­ti­ons­ver­mei­dung gegen­über ande­ren Pati­en­ten. Je nach Gesund­heits­zu­stand kann es nötig sein, wei­te­re Unter­su­chun­gen zu veranlassen.

Auf­nah­me­ge­spräch

Der Sta­ti­ons­arzt wird ein Auf­nah­me­ge­spräch mit Ihnen durch­füh­ren und Sie über Ihren Scree­ning­be­fund infor­mie­ren. Anschlie­ßend wird er Sie über die geplan­te Ope­ra­ti­on bzw. über den wei­te­ren Ver­lauf Ihres sta­tio­nä­ren Auf­ent­hal­tes aufklären.

Nar­ko­se

Ein erfah­re­ner Nar­ko­se­arzt bespricht mit Ihnen die Mög­lich­kei­ten der Nar­ko­se und die spe­zi­el­le Schmerz­be­hand­lung nach der Ope­ra­ti­on. Um einen opti­ma­len post­ope­ra­ti­ven Ver­lauf sicher­zu­stel­len, wer­den Sie bereits am Auf­nah­me­tag in ver­schie­de­ne Atem- und Hus­ten­tech­ni­ken sowie in die Hand­ha­bung ein­fa­cher Hilfs­ge­rä­te eingewiesen.

Am Tag der Ope­ra­ti­on erhal­ten Sie eine vor­be­rei­ten­de medi­ka­men­tö­se Behand­lung, die genau auf Ihren per­sön­li­chen Zustand abge­stimmt ist. Zum opti­ma­len Zeit­punkt wer­den Sie in der OP-Schleu­se von Ihrem/Ihrer Anästhesiepfleger/in emp­fan­gen und in den Anäs­the­sie­vor­be­rei­tungs­raum gebracht. Dort wer­den Sie auf die Voll­nar­ko­se vor­be­rei­tet, nach­dem Ihre Nar­ko­se­fä­hig­keit fest­ge­stellt wur­de. Nach­dem Sie sicher und ent­spannt ein­ge­schla­fen sind, wer­den Sie in den Ope­ra­ti­ons­saal gefah­ren. Wäh­rend der Ope­ra­ti­on, die durch erfah­re­ne Ärz­te wie geplant durch­ge­führt wird, wird Ihr Zustand per­ma­nent überwacht.

Auf­wach­pha­se

Nach der Ope­ra­ti­on wer­den Sie in den Auf­wach­raum ver­legt, bis die Wir­kung der Voll­nar­ko­se nach­ge­las­sen hat. Wäh­rend der Auf­wach­pha­se wer­den Sie von unse­rem geschul­ten Pfle­ge­per­so­nal sorg­fäl­tig überwacht.

Ver­le­gung in die Inten­siv­sta­ti­on (ICU)

Nach dem Auf­wa­chen wer­den Sie auf unse­re moder­ne Inten­siv­sta­ti­on (ICU) mit 12 Bet­ten gebracht, wo Sie nach der Ope­ra­ti­on inten­siv bewacht und betreut wer­den. Die Inten­siv­sta­ti­on ist 24 Stun­den durch­ge­hend ärzt­lich besetzt. Durch moderns­te Appa­ra­te stel­len wir eine opti­ma­le post­ope­ra­ti­ve Ver­sor­gung sicher.

Wir bie­ten sämt­li­che Beatmungs­ver­fah­ren, dar­un­ter extra­kor­po­ra­le Oxy­ge­nie­rung (ECMO/ILA acti­ve und ILA pas­siv), sowie alle Organ­er­satz­ver­fah­ren (Hämo­dia­ly­se, Hämo­fil­tra­ti­on, Hämo­dia­fil­tra­ti­on). Die­se wer­den von unse­ren erfah­re­nen Spe­zia­lis­ten fach­ge­recht betrieben.

Jeden Tag erfolgt eine mor­gend­li­che Visi­te um 07.00 Uhr durch den Chef­arzt der Kli­nik für Tho­ra­x­chir­ur­gie gemein­sam mit dem Chef­arzt der Kli­nik für Anäs­the­sio­lo­gie. Zwei wei­te­re gemein­sa­me Visi­ten erfol­gen um 08.15 Uhr sowie um 16.30 Uhr durch unse­re Tho­ra­x­chir­ur­gen, Pneu­mo­lo­gen und Anästhesiologen.

Inter­me­dia­te Care (IMC)

Seit 2011 betrei­ben wir in unse­rer Kli­nik eine spe­zi­el­le, tho­ra­x­chir­ur­gi­sche Über­wa­chungs­ein­heit mit 8 Bet­ten. Hier haben wir die Mög­lich­keit, frisch post­ope­ra­ti­ve oder kri­ti­sche Pati­en­ten zu betreu­en, die kei­ne Ver­la­ge­rung auf die Inten­siv­sta­ti­on benö­ti­gen, jedoch auch noch nicht sta­bil genug für die Nor­mal­sta­ti­on sind. Unse­re Ärz­te der Tho­ra­x­chir­ur­gie sowie auch unser gezielt geschul­tes Per­so­nal sind in der Betreu­ung die­ser Pati­en­ten lang­jäh­rig erfahren.

Ab 6.00 Uhr: Auf­we­cken und pfle­ge­ri­sche Versorgung

Ab 07.45 Uhr: Beginn der täg­li­chen ärzt­li­chen Visite

Ab 08.00 Uhr: Ser­vie­rung des Früh­stücks aufs Zimmer

Vor­mit­tags: Dia­gnos­ti­sche Unter­su­chun­gen (Rönt­gen, EKG, Labor, Lungenfunktionstests)

Ab 12.00 Uhr: Mit­tag­essen mit Menü­wahl auf der Station

Um 10.00 Uhr: Atem­gym­nas­tik mit unse­ren Physiotherapeuten

Ab 13.00 Uhr: Pfle­ge­ri­sche Über­ga­be am Bett

Ab 15.00 Uhr: Kaf­fee und Tee wer­den serviert

Ab 16.30 Uhr: Beginn der Pflegerunde

Ab 18.00 Uhr: Abend­essen auf der Station

Abends/nachts: Betreu­ung durch den Spät- und Nachtdienst

Sie kön­nen mit dem Pfle­ge­per­so­nal alle wei­te­ren geplan­ten Akti­vi­tä­ten für den Tag besprechen.

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