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Endokrine Malignome (Schilddrüsenkrebs)

Definition

Das wichtigste Warnzeichen von Schilddrüsenkrebs ist ein neu aufgetretener, rasch wachsender Knoten in der Schilddrüse. Besonders aufmerksam sollte man sein, wenn ein lange bestehender Kropf plötzlich rasch wächst und sich ganz oder teilweise härter anfühlt. Das gleiche gilt für einen innerhalb weniger Wochen oder Monate neu entstehenden Kropf. Deshalb sollten ungewöhnliche Schwellungen am Hals Anlass sein, sich umgehend ärztlich untersuchen zu lassen.

Schilddrüsenkrebs – auch als Schilddrüsenkarzinom bezeichnet – kann an jeder Stelle der Schilddrüse auftreten. Je nachdem, von welchem Teil des Schilddrüsengewebes der Tumor ausgeht, werden die folgenden Formen von Schilddrüsenkrebs unterschieden: differenzierte Karzinome (papilläres und follikuläres Karzinom), medulläre Karzinome und undifferenzierte Karzinome. Hier finden Sie Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Therapie von Schilddrüsenkrebs.

Diagnostik

Notwendige Untersuchungen

Besteht der Verdacht auf Schilddrüsenkrebs, leitet der Arzt die notwendigen Untersuchungen ein. Mit ihrer Hilfe kann er klären, ob es sich wirklich um einen Tumor handelt und wenn ja, welche Tumorart vorliegt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.

Wichtige Untersuchungsschritte zum Nachweis eines Schilddrüsenkarzinoms sind:

  • die körperliche Untersuchung
  • Laboruntersuchungen
  • die Ultraschalluntersuchung des Halses (Sonographie)
  • die Feinnadelbiopsie

Weitere Untersuchungen zur Feststellung der Tumorausbreitung sind:

  • die Schilddrüsenszintigraphie
  • die Röntgenuntersuchung der Brustorgane (Röntgen Thorax)
  • ggf. die Zielaufnahme der Luftröhre
  • die Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT); PET-CT
  • die Kehlkopfspiegelung
  • die Spiegelung von Luft- und Speiseröhre

Nicht alle diese Untersuchungen sind für die Diagnosestellung notwendig. In der Regel genügen die Anamnese, körperliche Untersuchung, die Laboruntersuchung, eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse und ggf. eine Feinnadelpunktion, um das Vorliegen eines Karzinoms der Schilddrüse weitgehend auszuschließen. Alle weiteren Methoden werden in der Regel nur gebraucht, wenn spezielle Konditionen vorliegen oder bereits ein Karzinom gesichert ist und präoperativ eine genaue Diagnostik zur Therapieplanung durchgeführt wird.

In einer gemeinsamen Konferenz mit allen Experten einschließlich Hormonspezialisten (Endokrinologen) und Gastroenterologen wird für die Behandlung ein individuelles Konzept für jeden einzelnen Patienten ausgearbeitet.

Therapie

Folgende Behandlungsmethoden sind möglich

  • die Operation
  • die Radiojodtherapie
  • die Strahlentherapie
  • die Chemotherapie

oder eine Kombination dieser Therapieformen.

Welche Therapie durchgeführt wird, hängt insbesondere von der Art des Tumors ab und davon, wie weit die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose fortgeschritten ist.

Das wichtigste und entscheidende Verfahren zur Behandlung von Schilddrüsenkrebs ist die Operation. Sie ist in der Regel gleichbedeutend mit der Entfernung der Schilddrüse (Thyreoidektomie). Das Hauptziel der Operation ist, das Tumorgewebe vollständig zu entfernen und damit eine endgültige Heilung zu erreichen. Bei differenzierten (papillären und follikulären) Karzinomen erfolgt im Anschluss an die Operation eine Radiojodtherapie. Diese dient dazu, eventuell im Körper Reste der normalen Schilddrüse, die für die weitere Diagnostik und Therapie ungünstig sind, oder Tumorreste bzw. Metastasen zu vernichten.

Ein ausgewähltes, sehr erfahrenes Team operiert in unserem Zentrum in großer Zahl diese bösartigen Erkrankungen. Bei Tumoren an der Schilddrüse wird zusätzlich eine Radiojod-Therapie in Kooperation mit der Nuklearmedizin der Universitätsklinik Münster durchgeführt.

Während der gesamten Therapie Ihrer Krebserkrankung stehen wir Ihnen mit vielen weiteren Therapeuten, unter anderem Endokrinologen, Psychologen, dem Sozialdienst und der Seelsorge zur Seite, sodass Sie sich immer gut aufgehoben fühlen können – ganz egal, in welchem Stadium Ihrer Erkrankung Sie sich befinden.