Nierenkrebs
Definition
Bösartige Tumorerkrankungen der Niere gehören zu den häufigsten Krebsdiagnosen, welche meist als Zufallsbefund in der Bildgebung entdeckt werden. Wird der Tumor früh genug behandelt, ist seine Prognose sehr gut und die große Mehrheit der Patienten kann bei entsprechender Therapie eine dauerhafte Heilung erwarten.
Diagnostik
Die meisten Nierentumoren ergeben sich als Zufallsbefunde in einer Ultraschalluntersuchung oder im Rahmen einer Computertomographie oder Kernspinuntersuchung des Bauchraums. Vor einer Therapie muss ggf. durch weitere Bildgebung abgeklärt werden, ob Absiedlungen (Mestastasen) in den Lymphdrüsen, der Lunge, der Leber oder den Knochen vorliegen.
Sofern keine Metastasen bestehen, ist die operative Entfernung des Tumors in der Regel die erste Wahl. Durch die rechtszeitige komplette Entfernung des Tumors aus der Niere kann die Erkrankung meist vollständig geheilt werden.
Therapie
Folgende Behandlungsmethoden sind möglich
Minimal-invasive Nierenteilresektion
Je nach Größe und Lokalisation des Tumors ist es oftmals möglich, das Krebsgewebe unter Erhalt der Niere zu entfernen. Diese Operation wird minimal-invasiv mit Hilfe des DaVinci-OP-Roboters durchgeführt. Während des Eingriffs wird die Niere unter bis zu 20-facher Vergrößerung dargestellt. So kann der Tumor millimetergenau aus dem gesunden Nierengewebe ausgeschnitten werden. Noch während des Eingriffs erfolgt meist eine Untersuchung des entnommenen Gewebes durch den Pathologen um sicherzustellen, dass der Tumor vollständig entfernt wurde.
Nephrektomie
Sollte eine komplette Nierenentfernung erforderlich sein, kann auch diese häufig mittels Schlüssellochtechnik (minimalinvasiv-laparoskopisch) durchgeführt werden.
Bei großen, lokal fortgeschrittenen Tumoren ist manchmal jedoch auch eine offene Operation mit Schnitt über der Flanke oder Bauchmitte erforderlich.
Welche Operationstechnik sinnvoll ist, ist unter anderem von der Lage und Größe des Tumors, etwaigen Voroperationen und der Nierenfunktion abhängig. Vor einer Operation erfolgt deshalb eine ausgiebige individuelle Beratung in unserer Sprechstunde.
Radiofrequenz–Ablation von Nierentumoren
(RITA= Radiofrequency Interstitial Tissue Ablation).
In enger Zusammenarbeit mit der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie unter der Leitung von Prof. Dr. med. Matthias Bollow bieten wir als Behandlungsalternative, vor allem bei Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko, die radiofrequenzinduzierte Thermoablation (RITA) von Nierentumoren an. Hierbei wird unter Vollnarkose CT-gesteuert eine Sonde in den Tumor eingebracht. Von dieser Sonde wird dann ein hochfrequenter Wechselstrom erzeugt, der vor Ort eine große Hitze (bis 120°C) generiert. Dadurch wird das Tumorgewebe verkocht und abgetötet.
Medikamentöse Therapie
Für das metastasierte Nierenzellkarzinom haben sich mit der Entwicklung der Immuntherapie viele neue Wege eröffnet. Die Planung der Systemtherapie erfolgt über unsere interdisziplinäre Tumorkonferenz in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Onkologie.
Nierenfunktion
Auf die Bewahrung der Nierenfunktion und die Vermeidung von Dialyse wird größte Sorgfalt bei der Planung der Nierentumoroperationen gelegt. In fast allen Fällen lässt sich die Nierenfunktion erhalten und unsere Patientinnen und Patienten können unbeeinträchtigt weiterleben. In schwierigen Fällen arbeiten wir eng mit der hausinternen Klinik für Nephrologie zusammen.