Lymphome
Unser Leitbild
Unter dem Begriff „Maligne Lymphome“ werden verschiedene Krebserkrankungen des lymphatischen Systems zusammengefasst, zu dem vor allem die Lymphknoten, Mandeln und die Milz sowie spezialisierte Bereiche im Magen-Darm-Trakt zählen. Dementsprechend kommen maligne Lymphome an vielen unterschiedlichen Stellen im Körper vor.
Hintergrund
Was ist ein Lymphom?
Die Krebszellen stammen von Zellen des Lymphgewebes ab, den sogenannten Lymphozyten. Lymphozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und sind wichtig für die Abwehr von Krankheitserregern.
Bei malignen Lymphomen entarten die Lymphozyten und beginnen unkontrolliert zu wachsen und sich zu vermehren. Über das Blut werden die veränderten Zellen weiter im Körper verteilt und können dort auch andere Organe befallen und schädigen.
Man unterscheidet aggressive, schnell wachsende Lymphome, die einer raschen Therapie bedürfen, von den langsam voranschreitenden, schmerzlosen (indolenten) Formen, welche häufig lange Zeit überhaupt nicht behandelt werden.
Innerhalb der malignen Lymphome gibt es historisch betrachtet 3 große Gruppen: das Hodgkin-Lymphom, die Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) und das Multiples Myelom, das zu den sogenannten Plasmazellerkrankungen gehört.
Hodgkin-Lymphome (Morbus Hodgkin) sind eine eigenständige Lymphomart mit oft aggressivem Verlauf, die in der Regel heilbar sind.
Non-Hodgkin-Lymphome sind alle anderen Lymphomarten – also solche, die nicht als Hodgkin-Lymphom gelten. Daher der Name „Non“-Hodgkin-Lymphome (Non = Nicht). Der Begriff fasst rund 30 verschiedene Lymphom-Erkrankungen zusammen. Fachleute sprechen inzwischen aber kaum noch von Non-Hodgkin-Lymphomen, sondern unterteilen Lymphome genauer.
Multiple Myelome („Knochenmarkkrebs“) (eigene Seite verlinken) gehören ebenfalls zu den bösartigen Lymphomen. Denn: Sie gehen von reifen B-Lymphozyten, sogenannten Plasmazellen aus.
Symptome
Mögliche Warnzeichen
Ein typisches Symptom für Lymphdrüsenkrebs sind vergrößerte Lymphknoten, die meistens schmerzlos sind. Möglich ist auch eine sogenannte B-Symptomatik, wozu Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust zählen. Zudem können andere unspezifische Beschwerden auftreten: steigende Anfälligkeit für Infektionen, Appetitlosigkeit, Hautblässe, allgemeiner Leistungsabfall, Müdigkeit, Schwächegefühl und Juckreiz.
Diagnostik
Untersuchungen bei Lymphomverdacht
Diagnose sichern: Hat der Arzt oder die Ärztin den Verdacht, dass ein Lymphom vorliegt, müssen sie den Betroffenen umfangreich untersuchen:
Zunächst wird eine Blutuntersuchung erfolgen, da manche Lymphome sich auch im Blut ausbreiten. Darüber hinaus wird mittels Bildgebung überprüft, wo im Körper vergrößerte Lymphdrüsen oder befallene Organe nachweisbar sind. In einer kleinen ambulanten Operation oder Biopsie wird eine Gewebeprobe entnommen, um die genaue Art des Lymphoms festzustellen.
Therapie
Behandlungsmöglichkeiten bei einem Lymphom
Welche Therapie wir anwenden, hängt davon ab, welche Art von Lymphdrüsenkrebs vorliegt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.
Aggressive, schnell wachsende Formen müssen sofort behandelt werden. Die Krebszellen sind hier häufig so empfindlich, dass die Erkrankung durch eine intensive Chemotherapie, unter Umständen in Kombination mit Antikörpern, in vielen Fällen heilbar ist.
Bei bestimmten Formen des malignen Lymphoms oder bei einem Rückfall kommen für geeignete Patienten auch Hochdosiskonzepte mit einer Stammzelltransplantation zum Einsatz. Durch die Entwicklung neuer, zielgerichteter Substanzen ergeben sich weitere Behandlungsoptionen, sodass wir für jeden Patienten ein geeignetes Therapiekonzept erarbeiten können.
Langsam verlaufendes (niedrig-malignes) Lymphom: Eine Behandlung ist in vielen Fällen erst notwendig, wenn Beschwerden auftreten. Die Betroffenen müssen lebenslang betreut und gegebenenfalls wiederholt behandelt werden.
Leitlinien